(Foto: Heinz Rogge)

St. Benedikt fürchtet um Selbstständigkeit

Die neue Seite heißt:

www.Pfarrgemeinde-vor-Ort.de

Eine Einschätzung dieser Fragen unter dem Aspekt weltkirchlicher Erfahrungen findet man hier.

Hier findet man eine Materialsammlung zum Thema "Fusion", auch aus dem Erzbistum Köln.


Gemeindefusion in der (polit.) Gemeinde Ascheberg

Ich stehe einer Fusion der Gemeinde St. Benedikt mit der Gemeinde St. Lambertus und St. Anna Davensberg ablehnend gegenüber, aber ich sehe die Notwendigkeit von Veränderungen ein. Überall in der Wirtschaft werden aus monetären und personalpolitischen Gründen Fusionen und Zusammenlegungen vorgenommen. Diese Notwendigkeit macht auch vor der Kirchentüre nicht Einhalt. So muss ich die verwaltungstechnische Zusammenlegung von Gemeinden akzeptieren. Für die Seelsorge im Allgemeinen lehne ich aus folgenden Gründen eine Fusion ab:

Die Gemeinde St. Benedikt besteht seit über 900 Jahren. Unsere jetzige Kirche wurde im Jahre 1666 gebaut und bildet zu mindestens optisch einen Mittelpunkt im Ort; für viele von uns ist sie aber auch das Zentrum des Gemeindelebens von St. Benedikt. Die Amtskirche, die sich in vielen Fragen immer auf die Position der Tradition zurückzieht, sollte und muss diese Tatsachen berücksichtigen. Gerade in unserer Gemeinde gibt es eine rege Anteilnahme am kirchlichen Leben. Die Amtskirche beklagt überall den Mitgliederschwund, nimmt aber gleichzeitig ihren aktiven Mitgliedern vor Ort ihre Ausgangsbasis. Um diese Basis zu erhalten, halte ich es für dringend erforderlich, dass eine professionelle/hauptamtliche Kraft vor Ort in der Gemeinde bleibt, die hier einige seelsorgerische und organisatorische Aufgaben übernimmt und die Aktionen in der Gemeinde St. Benedikt koordiniert( , sowie im pastoralen Raum Ascheberg unsere Pfarrgemeinde vertritt).

Dies hat bisher hervorragend Herr Pastor Kruse gemacht. Durch seine Kenntnis der Menschen vor Ort und ihre Begleitung, konnte er viele ehrenamtliche Helfer gewinnen. Wichtig ist hier die Kontinuität -  aus den Kommunionkindern rekrutierte er die Messdiener, aus diesen Mitglieder von Jugendmesskreis oder Firmbegleiter usw..  Ein Priester, der fast 10.000 Menschen betreuen soll, hat keine Chance diese so genau kennen zu lernen, um sie dort abzuholen, wo sie stehen. Aus diesem Grunde ist es notwendig, dass hauptamtliche Ansprechpartner vor Ort sind, ansonsten sehe ich den Verlust vieler weiterer Menschen, die sich in der Kirche engagieren.

Jede Gemeinde lebt aus und mit ihren individuell gewachsenen Strukturen und ich halte es für unabdingbar diese zu berücksichtigen, was nicht heißen soll, das wir uns sinnvollen und notwendigen Erneuerungen verschließen.

Nach meinem Eindruck sorgen sich viele Gemeindemitglieder um die Identität der Kirchengemeinde St. Benedikt und sie fürchten eine Dominanz aus Ascheberg. Deshalb ist es wichtig diese Ängste aufzugreifen und im Voraus die genauen Strukturen zu klären, z. B.

·       Gemeinsamer Kirchenvorstand und der Einfluss der einzelnen Gemeinden, dito Pfarrgemeinderat (nach Gemeindemitgliedern, pro Pfarrgemeinde, Mehrheitsverhältnisse) oder pro Gemeinde einen Kirchenvorstand/Pfarrgemeinderat mit Vertretern für den pastoralen Raum

·       Kommunion- und Firmvorbereitung? Jede Gemeinde einzeln oder gibt es eine gemeinsame Vorbereitung, findet diese vor Ort statt, was zum Beispiel den jetzigen Katecheten sehr wichtig ist.

·       Präsenz des Priesters vor Ort (z. B. Kindergarten, Kommunionvorbereitung/Kontaktstunden)

·       Pfarrbüro – Öffnungszeiten vor Ort (ähnlich Bürgerbüro)

·       Messdienerbegleitung

·       Gottesdienstordnung

·       Pfarrheim?

·       Pfarrfest?

·       Wallfahrt nach Telgte?

·       Sonst. Gruppen wie Chöre, Caritas, Kommunionhelfer, Lektoren …..

 Das Problem des Priestermangels ist uns durchaus bekannt. Gerade deshalb halte ich es aber auch für unerlässlich die verbleibenden Priester zu unterstützen und zu entlasten, so dass sie sich den originären Aufgaben eines Priesters widmen können und den sehe ich nicht in der Verwaltung ( von Kindergärten, Altenheimen und sonstigen kirchlichen Besitztümern, Personalverwaltung),  hierfür gibt es Fachkräfte und die Kirche sollte sich diese als Unterstützung und Entlastung der verbleibenden Priester leisten, damit sich diese ihrem Beruf/ihrer Berufung widmen können. 

Herbern, 20.02.2011                                                                     Monika Teigel


Vielleicht geht es ja auch anders. Hier ein Artikel aus dem WA v. 22.02.11 zum Thema "Kirchenfusion" in Bergkamen (Erzbistum Paderborn!), in dem m.E. einige interessante Anregungen stehen, wenngleich diese nicht deckungsgleich auf unseren Fall zu übertragen wären:

"Fünf Gemeinden - ein Ziel

GroGroßer Pastoralverbund Bergkamen geht am 1. September 2011 an den Start Der 5er-Rat setzt darauf, aktiv die Zukunft der Kirche mitzugestalten

BERGKAMEN • Zusammenarbeiten, wo es sinnvoll ist, und dennoch eigenständige, lebendige Gemeinden erhalten - das 1st das erklärte Ziel des neuen, großen Pastoralverbunds der fünf Bergkamener Kirchengemeinden, der am 1. September dieses Jahres errichtet wird.

Wie bereits berichtet, hatte das Erzbischöfliche General-Vikariat in Paderborn grünes Licht fur den Antrag gegeben, der genau ein Jahr vor diesem Termin, am 1. Sep­tember 2010, gestellt wurde. Aus den Bergkamener Kirchengemeinden selbst kam der Wunsch nach einem großen Verbund: ,,Das ist im ge-samten Erzbistum Paderborn einzigartig", sagte Pastor Thorsten Neudenberger gestern Abend bei der Pressekonferenz zur Gründung des neuen Pastoralverbundes. ,,Denn die Idee ist von Laien ausgegangen und wird bis heute mit viel Engagement von Laien getragen", sagte er.

Diese ,,Laien" haben be­reits Mitte 2009 damit begonnen, gedanklich ein Bild der Zukunft der katholischen Kirche Bergkamen zu malen: Sie gründetet den 5er-Rat, der hauptsächlich aus Ehrenamtlichen der Pfarrgemeinderäte und der Kirchenvorstände besteht. , ,,Wir möchten aktiv an dem Aufbau neuer Strukturen mitarbeiten", sagte Marion Kleine, Vorsitzende des Pfarrgemeinderats (PGR) St. Elisa­beth. Die Verkündung des Wortes Gottes und die Seelsorge stünden bei allen Gemeinden an erster Stelle. ..."

"Sitz des neuen Pastoralver-bundes soll St. Elisabeth sein. ,,Einerseits wegen der zentralen Lage in Bergkamen und weil sie mit 5500 Gemeindegliedern die größte der fünf Gemeinden ist", be-richtete Pastor Thorsten Neudenberger, der Leiter des aktuellen Pastoralverbunds Bergkamen/Runthe ist. Zu den Gemeinden St. Elisa­beth, St. Clemens und Herz Jesu kommen dann am 1. September 2011 die Gemein­den St. Barbara Oberaden und St. Michael Weddingho-fen hinzu. Insgesamt zählen die Gemeinden 13300 Katholiken. Wer Leiter des großen Pfarrverbundes werde, stehe bisher noch nicht fest: ,,Das wird per Dekret vom Erzbistum Paderborn ent-schieden", sagte Neudenber­ger. .

Da es sich um einen Verbund handelt und nicht um eine große Stadtpfarrei, behält jede Gemeinde ihren eigenen Pfarrgemeinderat und eine eigene Vermögenshal-tung. So soll es im Übrigen auch bleiben, wenn 2020 wie bisher angedacht der noch größere Schritt zu ei­nem Pastoralverbund Berg-kamen/Kamen/Bönen ge-macht wird. • sb

Vorteile des großen Pastoralverbundes


 

Von Visionen sprach Claudia Rose, PGR-Vorsitzende in Herz Jesu, gestern Abend, als sie die Vorteile aufzeigte, die der größte Pastoralver­bund in den verschiedenen Bereichen bietet: Verwaltung: ,,Prozesse müs-sen neu strukturiert werden. Es soll eine Leitung für den größten Pastoralverbund geben - doch die Selbständigkeit der fünf Gemeinden wird davon nicht berührt." Mit Blick auf die Pfarrbüros halte man es für sinnvoll, auch in Zukunft Anlaufstellen in den Gemeinden zu haben. ,,Durch unterschiedliche Öffnungszeiten und eine Rufumleitung könnte man erreichen, dass nahezu immer ein Pfarrbüro erreichbar ist."          

Seelsorge: ”Es gibt im neuen Verbund ein Pastoralteam, das für alle Gemeinden gleichermaßen da ist." Die fünf Gemeinden könnten dabei von der Vielfältigkeit der Charaktere profitieren. Weiterhin solle es natürlich Messen in allen Kirchen geben. Gemeindeleben: Das Leben in den Gemeinden, das zu großen Teilen aus zahlreichen Gruppen wie Frauengemeinschaft, KAB, Caritas und anderen besteht, soll erhalten bleiben. Ohnehin gebe es dabei seit langem gemeindeübergreifende Aktionen.

Mehr Gemeinschaft: Was bringt der Pastoralverbund denn Neues, wenn so vieles beim Alten bleibt? ,,Wir möchten gemeinsame Veranstaltungen im größeren Kreis organisieren, etwa wie bei dem Jugendkreuzweg auf der Halde Großes Holz", sagt Claudia Rose. Als leuchtendes Beispiel für die Vorteile einer Kooperation nannte Pastor Thorsten Neudenberger den neuen Kleiderladen ,,Cariert" der Caritaskonferenzen Bergkamen. Öffentlichkeitsarbeit: Neue, gemeinsame Pfarrnachrichten werden bereits mit Unterstützung aus Paderborn erarbeitet. Möglich sei eine Art überregionaler Teil plus weitere Teile, die auf die einzelnen Gemeinden zugeschnitten sind. Für Gottesdienstzeiten ist eine Gesamtübersicht geplant. Auch eine gemeinsame Internetseite ist angedacht. • sb"

(WA v. 22.02.11)


Kirche und Öffentlichkeitsarbeit

Hierzu ein Zitat des Recklinghausener Weihbischofs

"Leserbriefe schaden einem echten Dialog"

Weihbischof Christoph Hegge (Region Borken-Steinfurt) sagte mit Blick auf die Arbeit von Laien, dass inhaltlich zu füllen sei, was das Ehrenamt heute leisten könne. Zudem müsse eine noch größere Bereitschaft entwickelt werden, im Alltagsleben Zeuge des Glaubens zu sein. Man beginne zudem erst, die Entwicklung von der Volkskirche zu einer "Kirche im Volk" zu verstehen. Kritisch merkte er an, Diskussionen zum Strukturplan nicht über Zeitungsartikel und Leserbriefe zu führen. Dies gefalle meist vor allem denen, die kein wirkliches Interesse am kirchlichen Leben hätten, während es einem echten Dialog eher schädlich sei.

(auf der von Bischof Dr. Glenn geleiteten Tagung des Diözesanrates am 18.02.11)

Quelle: http://kirchensite.de/aktuelles/news-aktuelles/datum/2011/02/20/bistum-muenster-erhaelt-ein-neues-pastoralkonzept/


Die Gemeinde Ascheberg hat eine Fläche von 106,3 km² von der Stadtgrenze Münster bis zur Stadtgrenze Hamm.

Es ist schwer vorstellbar, dass in einem so großen ländlichen Gebiet aus drei Pfarren eine funktionierende Pfarre werden kann.

Der gewachsene, und funktionierende Gemeindeverbund  St. Benedikt wird sich zwangsläufig auflösen. Wenn es den Gemeindeverbund nicht mehr gibt, werden gerade die Menschen aus den Randbereichen zur nächstliegenden Kirche fahren, da die Identifikation fehlt. Oder man fährt zur Klosterkirche nach Werne.

Durch die fehlende Identifikation werden auf Dauer steigende Kirchenaustritte die Folge sein.

Weitere negative Auswirkungen kommen für  die Jugendarbeit, die vielfältigen Aufgaben und Organisationsdinge, die der Pfarrgemeinderat, die Kommunionhelfer und alle ehrenamtlichen Helfer leisten. Werden unter den geänderten Vorzeichen sich noch genügend Personen hierzu bereit erklären?

Insbesondere zu kritisieren ist die Vorgehensweise.

Einschneidende und weitreichende Dinge werden zentralistisch entschieden, ohne die Menschen frühzeitig mit ins Boot zu nehmen. Sicher einer der Gründe für die Situation der kath. Kirche.

Wenn man hört, dass die Strukturplanungen für das Bistum feststehen und nach Anhörung der örtlichen Gremien, Kirchenvorstand und Pfarrgemeinderat, bis Mitte September 2011 festgestellt sein sollen, muss die Basis aktiv werden. Es steht zu befürchten, dass eine Stellungnahme der gemeindlichen Gremien, wie immer sie auch aussehen wird, nur eine Alibifunktion hat.

Warum kann man nicht von Fall zu Fall entscheiden. Es entsteht der berechtigte Eindruck, dass man das Problem ohne Berücksichtigung des Einzelfalles, in einem Rutsch lösen will. Warum gibt es keine Beteiligung der Bürger, der zahlenden Basis also. Bei jedem staatlichen Verfahren einer solchen Größenordnung ist Bürgerbeteiligung bereits zu einem frühen Zeitpunkt zwingend vorgegeben.

Ist überhaupt die Möglichkeit eingehend geprüft worden, wie den bisherigen Pfarrgemeinden eine weitgehende Eigenständigkeit gelassen werden kann und nur die Verwaltung überörtlich geregelt wird?

Für St. Benedikt muss in Form von Eingaben, Unterschriftslisten usw. vom Bistum eindeutig die Eigenständigkeit und eine ständige Seelsorgekraft vor Ort gefordert werden.

Brigitte und Manfred Hölscher


Wie geht es weiter in St. Benedikt?  

Bei der Pfarrversammlung am 15.02.2011 in der Kirche St.Benedikt wurde deutlich, dass eine Fusion in der vorgestellten Weise auf erheblichen Widerstand stößt. Im Vordergrund stand der Wunsch als Kirchengemeinde weitestgehend selbständig zu bleiben. Um die seelsorgliche Arbeit auch in Zukunft erfolgreich durchführen zu können, brauche die Gemeinde ein „Gesicht vor Ort“, sowohl als Identifikationsfigur als auch als Koordinator für die umfangreiche ehrenamtliche Arbeit.

Um ergebnisoffen zu prüfen, welche Modelle für die Zukunft von St. Benedikt in Herbern überhaupt in Frage kommen könnten, hat sich der Arbeitskreis „Kirche vor Ort“ gegründet, dem Regina Selhorst, Renate Forsthövel und Jan Zimmermann als Vertreter des Kirchenvorstands, Reinhard Lohmann, Josefa Ophaus und Doris Wesselmann vom Pfarrgemeinderat und Bruno Cramer, Reinhard Hartwig und Heinz Wesselmann als weitere Gemeindemitglieder angehören.

Als Entscheidungshilfe für das weitere Vorgehen will sich der Arbeitskreis genauere Hintergrundinformationen beschaffen, um demnächst bei Gesprächen mit dem Bistum die richtigen Weichen für das Wohl unserer Gemeinde St. Benedikt stellen zu können.

Für Anregungen, Meinungen, Informationen und Gespräche stehen alle Mitglieder des Arbeitskreises „Kirche vor Ort“ gerne zur Verfügung. Über das nächste Treffen der Gruppe werden wir ausführlich berichten.


Hier finden Sie die Begründung für den Widerstand und den Aufruf zur Unterschriftensammlung.

Hier finden Sie eine Zusammenfassung der unterschiedlichen Fusionsmodelle im Erzbistum Köln.



Lasst die gewachsenen Pfarrgemeinden

Beim Thema  „Neuordnung der Pfarrgemeinden“ ist augenblicklich das ganze Bistum Münster mehr oder minder geschockt. Ich kann mir nicht vorstellen, dass der Neuordnungsdruck, der auf die Pfarrgemeinden ausgeübt wird, als gegeben und nicht verhandelbar hingenommen wird. Besonders Pfarrgemeinden mit einem gesunden Gemeindeleben sind gelinde gesagt verärgert. Folgen etwa unser Bischof und das Generalvikariat einem Programm, das von einer beratenden Firma vom Format R. Berger erarbeitet wurde und jetzt gnadenlos durchgepeitscht wird. Die Hektik, mit der der  Zeitplan eingehalten werden soll, will schnell Fakten schaffen. Will man nur Synergieeffekte mit hohen Kostensenkungen ernten und nebenbei das Problem Priestermangel lösen?
Wenn wir über den Tellerrand schauen, sprich andere Bistümer ansehen, stellen wir fest, dass es auch anders geht; das Ruhrbistum aber ist kein Vorbild! Warum müssen über Jahrhunderte gewachsene Pfarrgemeinden ihre Identität aufgeben und mit anderen komplett fusionieren anstelle vertrauensvoll zusammenzuarbeiten.

Lasst  die gewachsenen Pfarrgemeinden, gebt ihr ein Gesicht vor Ort, denn Kardinal Lehmann sagte:“ Die Pfarrei ist eine kostbare Errungenschaft unseres kirchlichen Lebens, die wir in allen Reformen nicht antasten, sondern zeitgemäß stärken wollen.“ 

Josef Kemming

Schüttwall 30

59387 Ascheberg-Herbern

Tel. 02599 1055

RN v. 14.03.11


Bistum soll Kirche im Dorf lassen

 

 


Samstag, 19. März 2011 Endspurt für die Stellungnahmen der Kirchengemeinden im Kreis an das Bistum

(Radio Kiepenkerl)

Kirchenvorstände, Pfarrgemeinderäte und Arbeitsgruppen im Kreis Coesfeld feilen im Endspurt an ihren Stellungnahme gegen die Pläne des Bistums Münster, Gemeinden zusammenzulegen. Die Gründe sind Priestermangel und weniger Mitglieder - wir haben ja hier bei Radio Kiepenkerl darüber berichtet. Bis Mittwoch müssen die Stellungnahme beim Bistum sein. Die Arbeitsgruppe der Gemeinde St. Benedikt in Herbern hat sich am Abend getroffen - mit dem Ergebnis: Sie brauchen noch Zeit. Klar ist: Bis Mittwoch soll beim Bistum in jedem Fall ein Brief vorliegen - mit knappen Worten wollen die Herberaner sagen, dass sie gegen eien Fusion sind. Eine ausführliche Stellungnahme möchten sie nachreichen. Der Aufschub ist dringend nötig, sagte heute morgen Heinz Wesselmann von der Arbeitsgruppe. Parallel sammelt die Gemeinde St. Benedikt noch Unterschriften. Bis Mittwoch liegen die Listen noch aus - unter anderem in Gaststätten, in Geschäften und kirchliche Vereine sind noch mit Listen unterwegs - zum Beispiel die katholische Frauengemeinschaft. Bislang sind gut 1500 Unterschriften zusammengekommen. Das zeige, wie groß der Widerstand ist. Die Gemeinde plant, den dicken Packen dem Generalvikar des Bistums möglichst schnell zu übergeben.


RN v. 23.03.11


Argumentationskatalog zum Erhalt der Pfarrgemeinde St. Benedikt

 Anlässe des Bistums Münster  für die „Fusionsvorgabe“

-        Demografische Entwicklung

-        Rückgang der Gottesdienstbesucherzahlen, Taufen …

-        Rückläufige Zahl von Priestern und Hauptamtlichen

-        Kirchenaustritte, strukturelles Defizit

Konsequenz des Bistums: priesterzentrierte   XXL Pfarrgemeinden ,

Ein gemeindezentrierter Ansatz,  wie ihn z.B. Prof. M. Lechner vorschlägt,  wurde nicht bedacht bzw. umgesetzt.          

 Seine Erkenntnis: „Statt immer größere pastorale Einheiten um die weniger werdenden                                          Priester zu organisieren, könnte man auch von der Gemeinde ausgehend … festlegen, welche räumlichen Strukturen dem Leben von Christengemeinden dienen.“ (vgl.  im Heft März 2011 des Generalvikariats  Münster „Unsere Seelsorge“).   Diese  von Laien – z.B.  Pastoralreferenten/Innen – geleiteten Pfarrgemeinden sind nach  kanonischem Recht, vgl. canon 515 §1 ff., ebenfalls zulässig.  Die Kirchenrechtlerin  Frau A. Goldt kommt daher in den „Kanzlei-Notizen“  im Aufsatz „Kirchenrecht und Gemeindefusionen“ 2010/07 zum Ergebnis: „Die Tatsache, dass es einen Priestermangel gibt, ist also aus sich heraus kein Grund eine Pfarrei zu schließen“ .  Die Seelsorgeaufgaben müssen dann eben anders verteilt werden.  Bei der Vermögensverwaltung, bei allen Rechtsgeschäften vertritt der Pfarrer die Pfarrei  (can. 532). Es ist daher ein „verantwortlicher Pfarrer“ zu bestimmen, der  „für mehrere Pfarreien zuständig sein kann…“

Ist-Analyse (in Bezug auf eine mögliche Fusion mit Ascheberg und Davensberg)

-        Gemeinsame „Lebensebenen“ (Einkaufen, Helferstrukturen, gemeinsame Feste u.ä.) sind kaum vorhanden. Wir sind zwar seit 35 Jahren eine politische Gemeinde, haben uns aber in den o.a. Bereichen nicht aufeinander zu entwickelt.

-        Es gibt keine gemeinsame Zeitung für alle drei Ortsteile. Viele Informationen sind so nur partiell vorhanden.

-        Ein gemeinsames Vereinsleben findet nicht statt: Alle relevanten Vereine, Gruppen, Chöre  … sind ortsbezogen. 

-        Die Schulsituation ist ebenfalls stark ortsbezogen: Je eine Grundschule vor Ort, Gymnasiasten aus Herbern fahren nach Werne, aus Ascheberg und Davensberg hauptsächlich nach Lüdinghausen.  Die neu gegründete Profilschule könnte evtl. in Teilbereichen eine kleine Annäherung bringen.

-        Die drei Pfarrgemeinden St. Benedikt, St. Lambertus und St. Anna sind weit voneinander entfernte Flächengemeinden (Gesamtausdehnung ca. 30km), die mit städtischen überhaupt nicht vergleichbar sind.

-        Jede Pfarrgemeinde hat eine jahrhundertalte Historie und spezifische Entwicklungsgeschichte.

-        „Man“  identifiziert sich mit „seinem“ Ort. „Man“ ist Bürger, man ist Heberaner, Ascheberger bzw. Davensberger.  Hier steht man füreinander ein, hier hat man seinen Fußballverein, seinen Kegelklub, seine Stammkneipe, seine Altenstube …

-        Hier lebt man  in seiner christlichen Tradition. Hier werden die Kinder über  die Familienzentren, Messdienerarbeit, katholische Grundschule, über Firmvorbereitung und Ferienlager an christliche Werte heran geführt. Immerhin drei Priester sind in den letzten Jahren aus dieser Gemeinde hervor gegangen.

-        Die Zahl der Kirchenbesucher u. das Spendenaufkommen in St. Benedikt sind überdurchschnittlich

-        Sechshundert Ehrenamtliche in Herbern (Zahl stammt von Pfarrer Kruse) sind Indiz dafür, dass wir es in Herbern mit einer intakten „Volkskirche“ zu tun haben.

-        In wenigen Tagen hatten ca. 1500 Herberaner  ihre Unterschrift unter die Forderung nach „weitestgehender Selbständigkeit“ gesetzt.

 

Fazit

Gesprochen mit den Worten von Kardinal Lehmann:

„Die Pfarrei  ist eine kostbare Errungenschaft unseres kirchlichen Lebens, die wir in  allen Reformen nicht antasten, sondern zeitgemäß stärken wollen!“ 

oder Pastor Franken auf der Pfarrversammlung:

„Lasst doch jede Gemeinde das selber machen, was sie selber machen kann.“

Daraus ergibt sich:

-        Die Forderung nach der größtmöglichen Eigenständigkeit unserer Pfarrgemeinde

-        Ein „Gesicht vor Ort“, dies kann z.B. ein PastoralreferentIn sein, der von einem Weltpriester (zuständig für Kasualien: Beerdigungen, Taufen, Hochzeiten) oder einem Emeritus … unterstützt wird.

-        Der verantwortliche Pfarrer hat z.B. seinen Sitz in St. Lambertus Ascheberg. Uns ist bewusst, dass er nicht bei  jeder Sitzung anwesend sein kann.

-        Für die Verwaltungsvereinfachung  ist eine Zusammenarbeit der drei Gemeinden notwendig, z.B. durch die Einstellung  eines „Geschäftsführers“ für alle drei Gemeinden. Dies kann gemeinsam entwickelt  und nicht repressiv bestimmt werden.




Argumentationskatalog zum Erhalt der Pfarrgemeinde St. Benedikt

 

Gründe des Bistums Münster  für die Fusionierung von Pfarrgemeinden

-        Demografische Entwicklung

-        Rückgang der Gottesdienstbesucherzahlen, Taufen …

-        Rückläufige Zahl von Priestern und Hauptamtlichen

-        Kirchenaustritte, strukturelles Defizit

Konsequenz des Bistums: priesterzentrierte   XXL Pfarrgemeinden,

Ein gemeindezentrierter Ansatz,  wie ihn z.B. Prof. M. Lechner vorschlägt,  wurde nicht bedacht bzw. umgesetzt.          

 Seine Erkenntnis: „Statt immer größere pastorale Einheiten um die weniger werdenden Priester zu organisieren, könnte man auch von der Gemeinde ausgehend … festlegen, welche räumlichen Strukturen dem Leben von Christengemeinden dienen.“ (vgl.  im Heft März 2011 des Generalvikariats  Münster „Unsere Seelsorge“).   Diese  von Laien – z.B.  Pastoralreferenten/Innen – geleiteten Pfarrgemeinden sind nach  kanonischem Recht, vgl. canon 515 §1 ff., ebenfalls zulässig.  Die Kirchenrechtlerin  Frau A. Goldt kommt daher in den „Kanzlei-Notizen“  im Aufsatz „Kirchenrecht und Gemeindefusionen“ 2010/07 zum Ergebnis: „Die Tatsache, dass es einen Priestermangel gibt, ist also aus sich heraus kein Grund eine Pfarrei zu schließen“.  Die Seelsorgeaufgaben müssen dann eben anders verteilt werden.  Bei der Vermögensverwaltung, bei allen Rechtsgeschäften vertritt der Pfarrer die Pfarrei  (can. 532). Es ist daher ein „verantwortlicher Pfarrer“ zu bestimmen, der  „für mehrere Pfarreien zuständig sein kann…“

Ist-Analyse (in Bezug auf eine mögliche Fusion mit Ascheberg und Davensberg)

1. Gemeinsamkeiten in den Lebensbereichen fehlen

-        Wir sind zwar seit 35 Jahren eine politische Gemeinde, haben uns aber in den o.a. Bereichen nicht zueinander entwickelt. Das zeigt sich u. a. in den Einkaufsmöglichkeiten, den Festen, den Verkehrsverbindungen,….

-        Es gibt keine gemeinsame Zeitung für alle drei Ortsteile. Viele Informationen sind so nur partiell vorhanden.

-        Ein gemeinsames Vereinsleben findet nicht statt: Alle relevanten Vereine, Gruppen, Chöre  … sind ortsbezogen.

-        „Man“  identifiziert sich mit „seinem“ Ort. „Man“ ist Herberner, Ascheberger bzw. Davensberger. Hier steht man füreinander ein, hier hat man seinen Fußballverein, seinen Kegelklub, seine Stammkneipe, seine Altenstube, …

-        Die Schulsituation ist ebenfalls stark ortsbezogen: Je eine Grundschule vor Ort, Gymnasiasten aus Herbern fahren nach Werne, aus Ascheberg und Davensberg hauptsächlich nach Lüdinghausen.  Die neu gegründete Profilschule könnte evtl. in Teilbereichen eine kleine Annäherung bringen.

 2. Gemeinsamkeiten in den kirchlichen Strukturen/im kirchlichen Milieu fehlen

 -        Die drei Pfarrgemeinden St. Benedikt, St. Lambertus und St. Anna sind weit voneinander entfernte Flächengemeinden (Gesamtausdehnung ca. 30km), die mit städtischen nicht vergleichbar sind.

-        Jede Pfarrgemeinde hat eine jahrhundertalte Historie und spezifische Entwicklungsgeschichte.

-        Hier lebt man in seiner christlichen Tradition. Hier werden die Kinder über  die Familienzentren, katholischen Grundschulen, Katechesen (Erstkommunion, Firmvorbereitung) und Messdienerarbeit an das Glaubensleben der Pfarrgemeinde heran geführt. Immerhin drei Priester sind in den letzten Jahren aus der Gemeinde St. Benedikt hervorgegangen. 

3. Die besonderen Stärken der Pfarrgemeinde gehen verloren

 -        Die Zahl der Kirchenbesucher und das Spendenaufkommen in St. Benedikt sind überdurchschnittlich.

-        Sechshundert Ehrenamtliche in Herbern (lt. Pfarrer Kruse) sind Indiz dafür, dass wir es in Herbern mit einer intakten „Volkskirche“ zu tun haben.

-        Durch die intakten Strukturen war es möglich, innerhalb von kürzester Zeit mehr als 1.600 Mitglieder der Pfarrgemeinde zu gewinnen, sich durch ihre Unterschrift für den weitgehenden Erhalt der Selbständigkeit der Pfarrgemeinde St. Benedikt einzusetzen.

-         Der Bau des Pfarrheims der Pfarrgemeinde wurde von den Erlösen des jährlich stattfindenden Weihnachtsbasars mitfinanziert. Seitdem wird auch ein Teil der Unterhaltungskosten vom Erlös bestritten.

 Fazit

Gesprochen mit den Worten von Kardinal Lehmann:

„Die Pfarrei  ist eine kostbare Errungenschaft unseres kirchlichen Lebens, die wir in  allen Reformen nicht antasten, sondern zeitgemäß stärken wollen!“  

oder Pastor Franken auf der Pfarrversammlung:

„Lasst doch jede Gemeinde das selber machen, was sie selber machen kann.“

Oder die Deutsche Bischofskonferenz 2010:

„Den Pfarreien als Zellen gemeindlichen Lebens in der Kirche kommt dabei besondere Bedeutung zu. Die Gemeinden „vor Ort“ verkörpern das Wesen der Kirche im unmittelbaren Lebensraum der Menschen. Sie bilden eine Basis…

Die Gemeinden sind damit beauftragt, miteinander den Glauben praktisch werden zu lassen und ihn beständig zu leben, zu feiern und Zeugnis für ihn zu geben. Eine lebendige Gemeindepastoral lebt von vielfältigem haupt- und ehrenamtlichem Engagement und der konstruktiven Zusammenarbeit von Priestern und Laien. …“

Daraus ergibt sich:

-        Die Forderung nach der größtmöglichen Eigenständigkeit unserer Pfarrgemeinde

-        Ein „Gesicht vor Ort“, dies kann z.B. ein Pastoralreferent oder eine Pastoralreferentin sein, der/die von einem Weltpriester (zuständig für Kasualien: Beerdigungen, Taufen, Hochzeiten), einem Subsidiar oder einem Emeritus unterstützt wird.

-        Der verantwortliche Pfarrer hat z.B. seinen Sitz in St. Lambertus Ascheberg. Uns ist bewusst, dass er nicht bei jeder Sitzung der entsprechenden Gremien anwesend sein kann.

-        Für die Verwaltungsvereinfachung ist eine Zusammenarbeit der drei Gemeinden notwendig, soweit diese nicht von der Zentralrendantur geleistet werden kann. Eine Arbeitsentlastung für den Pfarrer und die Gremien könnte z.B. durch die Einstellung eines „Geschäftsführers“ für alle drei Gemeinden erreicht werden. Ein entsprechendes Konzept kann gemeinsam entwickelt werden.

-        Hält man an dem priesterzentrierten Ansatz fest, sind bei weiter zurückgehenden Priesterzahlen weitere Fusionen notwendig. (Sollen wir dann nach Lüdinghausen?) Um die Zukunft zu sichern, halten wir es für notwendig, (schon jetzt) die Basis vor Ort zu stärken.

-        Eine Verzahnung und Zusammenarbeit der einzelnen Pfarrgemeinden ist in Teilbereichen durchaus sinnvoll und notwendig. Ein gutes Beispiel ist hier das Ferienlager der Jugendlichen in unserer Gemeinde, das wegen zu geringer Teilnehmerzahl auf Ortsebene nicht mehr stattfinden konnte; jetzt ist ein gemeinsames Lager der Pfarrgemeinden geplant.