Liebe Pfarrgemeinderatsmitglieder

Bei der 2. Sitzung unserer Gruppe „Kirche vor Ort“ haben wir uns über alternative Modelle aus anderen Bistümern informiert, bei denen die Pfarreien nicht  (wie bei der Fusion vorgesehen) aufgelöst wird.  Nach langer und sehr intensiver – teilweise auch kontroverser Diskussion – war man sich darin einig, dass wir es zumindest versuchen sollten, weitestgehend selbständig zu bleiben. Die meisten anderen Bistümer gewähren den Gemeinden verschiedene Möglichkeiten und zwingen sie nicht in die Selbstauflösung.

 Das Bistum Münster ist da schon ein extremer Sonderfall. Es geht von der verfügbaren Zahl der Priester aus und bildet danach riesengroße „Pastorale Räume“. Nur kann man sich fragen, was ist in weiteren 10 Jahren, wo sich die Priesterzahl noch einmal halbiert hat!? Wenn man bedenkt, dass auch nach kirchlichem Recht nicht unbedingt ein Priester eine Pfarre leiten muss, sondern dies auch Laien – z.B. Diakone, Pastoralreferenten können, so kommt man von dem priesterzentrierten Ansatz zu dem gemeindeorientierten Denkansatz. Hier lässt man die Gemeinden, die Pfarren in ihren gewachsenen Strukturen bestehen und teilt sich dann einen Priester. Wir  könnten hier ebenfalls auf wissenschaftliche Ausarbeitungen verweisen.

  Besonders intensiv haben wir uns mit den Modellen des Erzbistums Köln auseinandergesetzt. Hier haben die Pfarreien  die Chance, aus drei Modellen das für sie passende auszusuchen. Wenn jemand dieses umfangreiche (ca. 70 Seiten)  Papier durcharbeiten möchte, kann er dies von uns (bzw. von Jan Zimmermann vom KV,- der sich da besonders intensiv eingearbeitet hatte,) als pdf-Datei zugemailt bekommen oder hier herunterladen:

http://history-st-benedikt.herbern.de/Material_Fusion.pdf

Letztendlich haben wir das Modell „Pfarreienverbund“ für uns favorisiert. Bei diesem Modell bleibt jede Pfarre selbständig mit einem eigenen KV und PGR und einem leitenden Pfarrer in einem Team. Viele Aufgaben können bei diesem Modell gemeinsam erledigt werden, um so z.B. Verwaltungsaufgaben zu vereinfachen. Aber all das was die einzelne Pfarre leisten kann, sollte sie auch dann vor Ort erledigen. Hier wurde natürlich an den großen Bereich der Seelsorge gedacht.

Einstimmig hat sich dann die Gruppe für eine Unterschriftenaktion entschieden mit folgendem Text:

Lasst die Kirche im Dorf  (LEBEN)

 

Kardinal Lehmann, der ehemalige Vorsitzende der Bischofskonferenz hat gesagt:

„Die Pfarrei ist eine kostbare Errungenschaft unseres kirchlichen Lebens, die wir in allen Reformen nicht antasten, sondern zeitgemäß stärken wollen!“

Das Bistum Münster plant die Pfarrgemeinde St. Benedikt Herbern im Rahmen einer Fusion aufzulösen.

Ich setze mich für die größtmögliche Eigenständigkeit unserer Pfarrgemeinde ein und unterstreiche diese Forderung durch meine Unterschrift:

Die Unterschriftenlisten sollen der Eingabe ans Bistum am 23. März beigefügt werden. Wir hoffen mit dieser Aktion die Entscheider im Bistum Münster davon zu überzeugen, wie stark die geplante Fusion in der vorgestellten Weise in unserer Pfarrgemeinde auf Ablehnung stößt und hoffen weiterhin, dass man in Münster genügend Offenheit gegenüber alternativen Wegen zeigt.

Lasst uns also zusammenstehen und die Flinte nicht vorzeitig ins Korn werfen. Ist die Auflösung unserer Pfarrei erst einmal vollzogen, wird dieser Schritt nicht mehr rückgängig gemacht.

Was haben wir also durch unseren Widerstand zu verlieren?!

Wir starten mit der Unterschriftenaktion an diesem Wochenende, und zwar jeweils nach den Gottesdiensten. Weitere Aktionen sind geplant, beispielsweise auf dem Parkplatz bei Peschke

Bitte meldet Euch bei mir, wenn Ihr bereit seid, die Unterschriftenaktion aktiv zu unterstützen.

Übrigens: Nach Aussage von Herrn Dr. Erfmann, 2. Vorsitzende des KV Davensberg, haben sich alle  Davensberger Gremien, Gruppen und Vereine gegen die geplante Fusion ausgesprochen. Sie würden gerne gemeinsam mit den Herberanern  nach alternativen Wegen suchen.

 

Ich wünsche Euch ein luftig-leichtes Karnevalswochenende.

Viele liebe Grüße

Doris Wesselmann